Kay W. Klöpping - Rechtsanwalt und Steuerberater
Stiftungen
Familienstiftung - gemeinnützige Stiftung - Trust
Eine Stiftungsgründung hat häufig einen philanthropischen Hintergrund.
Die Gründung und sachgerechte Ausgestaltung einer gemeinützigen Stiftung mit finanziellen Mitteln, aber auch einer passenden Governance-Struktur sichert langfristig die Umsetzung Ihrer gemeinnützigen Ziele.
Im unternehmerischen Umfeld und zur Absicherung privater Vermögen nimmt die Bedeutung von Familienstiftungen stark zu.
Die nur dem Wohle einer Familie dienende privatnützige Stiftung (Familienstiftung) bietet die Möglichkeit, einerseits die Unabhängigkeit und den Fortbestand des Unternehmens oder eines privaten Vermögens unabhängig von einzelnen Personen im Gesellschafterkreis zu sichern und andererseits die finanzielle Versorgung der Familie sicherzustellen.
Eine Familienstiftung kann sich als Alternative zu einer Familiengesellschaft anbieten.
Die Familienstiftung verursacht eher weniger Verwaltungsaufwand und hat trotz ihrer Körperschaftsteuerpflicht nennenswerte Vorteile. Vor dem Hintergrund des geltenden Erbschaftsteuerrechts kann sie sich gerade bei wertvollen Unternehmensanteilen anbieten.
Neben der deutschen Familienstiftung sind gerade bei großen Vermögen ausländische Privatstiftungen aus Gründen des Vermögensschutzes aber auch der Steuern interessant; ein Beispiel ist die liechtensteinische oder österreichische Privatstiftung.
In der Beratung geht es aber nicht nur darum, eine Stiftung zu gründen. Diese muss auch lebensfähig sein. Sie bedarf einer langfristig ausgerichteten Governance-Struktur, die auch die Nachfolgefrage in den Stiftungsorganen berücksichtigt sowie ein sich im Laufe der Zeit veränderndes rechtliches und wirtschaftliches Umfeld.
Die Wahl und Ausgestaltung einer Stiftung ist eine Entscheidung für viele Jahre. Sie sollte zu Vermögen, Familie und dem angestrebten Zweck passen.
Stiftung und Holding vergleichen: Welche Struktur schützt Vermögen, Nachfolge und Unternehmensführung langfristig verlässlich ordnet und nachhaltig?
Eine Doppelstiftung ist kein eigener gesetzlicher Stiftungstyp. Gemeint ist regelmäßig die abgestimmte Verbindung einer privatnützigen Familienstiftung mit einer gemeinnützigen Stiftung. Beide Stiftungen halten typischerweise Beteiligungen an einem Unternehmen, häufig an einer Holdinggesellschaft. Die Quoten, Stimmrechte und Gewinnbezugsrechte werden so gestaltet, dass sie zur unternehmerischen, familiären und philanthropischen Zielsetzung passen.
Die Kosten einer Familienstiftungkan man nicht auf Notarhonorar und Stiftungsaufsicht reduzieren. Entscheidend ist die wirtschaftliche Gesamtwirkung über Jahrzehnte: Welche Vermögenswerte werden gebunden, welche Steuerfolgen entstehen bei der Übertragung, wie wird die Stiftung geführt und welche Handlungsfreiheit bleibt für Familie und Unternehmen?
Eine Familienstiftung ist kein Standardprodukt. Gerade deshalb verlangt sie eine Planung, die die Gründungskosten, den laufenden Aufwand und die langfristigen Steuerlasten gemeinsam betrachtet.
Fällt ein Unternehmer unerwartet aus, entscheidet nicht das Testament allein über die Zukunft des Unternehmens. Gesellschaftsvertrag, Erbfolge, Pflichtteilsansprüche, Liquidität und die Handlungsfähigkeit der Geschäftsführung müssen ineinandergreifen. Ein Unternehmertestament regelt deshalb mehr als die Verteilung von Vermögen.
Wenn ein Unternehmensanteil, ein Immobilienbestand oder ein größeres Privatvermögen erst im Erbfall geordnet wird, ist der Gestaltungsspielraum eingeschränkt. Schenkung- oder Erbschaftsteuer sparen ist deshalb keine Frage einzelner Rechenschritte kurz vor einer Übertragung. Es ist eine langfristige Aufgabe an der Schnittstelle von Familie, Eigentum, Unternehmensführung und Steuerrecht.
Wer eine gemeinnützige Stiftung richtig gründen möchte, trifft keine Entscheidung für ein einzelnes Förderprojekt. Er schafft einen rechtlich verselbständigten Vermögensträger, der einen bestimmten Zweck dauerhaft verfolgen soll - über die eigene Lebenszeit und über mehrere Generationen hinweg. Gerade für Unternehmerfamilien kann das eine überzeugende Perspektive sein: gesellschaftliche Verantwortung wird mit einer langfristigen Ordnung für Vermögen, Beteiligungen und Werte verbunden.
Eine Familienstiftung kann man zur Vermögenssicherung nutzen - nicht als steuerliches Einzelinstrument, sondern als dauerhafte Eigentums- und Governance-Struktur.
Die Familienstiftung kann Vermögen aus dem privaten Erbgang herauslösen und nach verbindlichen Regeln für mehrere Generationen halten. Sie verlangt allerdings eine besonders sorgfältige Planung. Wer Vermögen in eine Stiftung überträgt, entscheidet nicht allein über Steuern oder Haftung, sondern über Einfluss, Versorgung und Verantwortung innerhalb der Familie.
Wer Unternehmensanteile, vermietete Immobilien oder ein gewachsenes Wertpapiervermögen erst mit dem Erbfall überträgt, überlässt wesentliche Weichenstellungen oft dem Zufall. Eine Schenkung zu Lebzeiten steuerlich gestalten bedeutet deshalb weit mehr, als persönliche Freibeträge auszuschöpfen. Es geht darum, Eigentum rechtzeitig zu ordnen, die Handlungsfähigkeit des Unternehmens zu bewahren und den familiären Zusammenhalt auch dann zu sichern, wenn Vermögen und Verantwortung auf die nächste Generation übergehen.
Die Gründung einer Familienstiftung in Deutschland ist ein komplexer Prozess mit spezifischen rechtlichen und steuerlichen Anforderungen. Hier ein praxisorientierter Überblick aus anwaltlicher und steuerlicher Sicht: vom Ablauf der Gründung über die rechtlichen Rahmenbedingungen bis hin zu den steuerlichen Folgen der Stiftungserrichtung und Vermögensübertragung.
Für die Begünstigten eines ausländischen Trust ergeben sich in Deutschland besondere steuerliche Pflichten. u.U. müssen inländische Begünstigte eines solchen Trust die im Ausland erzielten Einkünfte des Trusts als fiktive Einkünfte nach § 15 AStG versteuern.
Familienstiftung als Instrument der Nachfolgegestaltung
Die Familienstiftung gewinnt zunehmend an Bedeutung. Sie kann eine nachhaltige Lösung bieten, wenn es darum geht, Unternehmensanteile langfristig zu sichern, Streit unter Erben zu vermeiden und steuerliche Vorteile – insbesondere im Bereich der Erbschaft- und Schenkungsteuer – zu nutzen.